Als Schengener Staaten werden folgende Staaten bezeichnet: Deutschland, Dänemark, Estland, Finnland, Belgien, Frankreich, Griechenland, Tschechien, Island, Lettland, Litauen, Italien, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Österreich, Malta, Polen, Portugal, Schweiz, Slowakei, Schweden, Slowenien und Spanien.
Maßnahmen der Mitgliedsstaaten
All diese Staaten sind dem Schengener Abkommen beigetreten und gehören somit auch dem Schengen-Raum an. Die Inhaber eines Schengenvisums dürfen sich innerhalb des kompletten Schengen-Raums bis zu drei Monate im halben Jahr aufhalten. Allerdings muss dies durch die Nutzungsdauer vom Visum abgedeckt sein. Die gilt ebenfalls für die Mehrzahl der nationalen Aufenthaltstitel, sowie die Visa nationaler Kategorie D. Diese werden von den Schengener Staaten ausgestellt. Wer in andere EU-Staaten reisen möchte, welche kein Mitglied des Schengener-Raums sind, der benötigt in vielen Fällen ein extra Visum. Eine Reihe von Maßnahmen sind durch die Schengen Staaten bisher getroffen wurden. An erster Stelle muss hier die Abschaffung der Personenkontrollen innerhalb der Binnengrenzen genannt werden. Zudem gibt es mittlerweile ein gemeinsames Regelwerk, das Personen betrifft, die eine Außengrenze der EU-Staaten überschreiten. Ebenfalls wurden die Einreisebestimmungen, sowie die Visa-Bestimmungen für einen Kurzaufenthalt angeglichen. Aber auch die polizeiliche Zusammenarbeit zwischen den Schengen Staaten wurde eindeutig verbessert. Die betrifft selbst ein einheitliches und grenzüberschreitendes Verfolgungs- und Beschattungsrecht. Insgesamt wurde die justizielle Zusammenarbeit gestärkt, was nicht zuletzt an Regelungen liegt, die beispielsweise eine schnellere Auslieferung oder Vollstreckung von Urteilen ermöglichen. Selbst die Einrichtung des Schengener Informationssystems, kurz SIS, ist eine Maßnahme der Schengener Staaten.
Vorteile des Schengener Abkommens
Das Schengener Abkommen bietet eine Vielzahl von Vorteilen sowohl für Privatpersonen, als auch für Unternehmen. Den Unternehmen kommen die nicht mehr vorhanden Zollkontrollen vor allen in Sachen Zeit und Kosten zu Gute. Immerhin sind Touren quer durch Europa mittlerweile bedeutend schneller möglich. Privatpersonen profitieren ebenfalls davon, dass es keine Grenzkontrollen mehr gibt. So können sie quer durch Europa reisen, ohne sich lästigen Zollkontrollen unterziehen zu müssen. Immerhin hatten diese Kontrollen auch immer etwas Negatives und so haben sich viele Personen vor den Kontrollen gescheut, da die Kommunikation mit den Beamten nur sehr schwer möglich war, was vor allem an der Sprachbarriere lag. Heute ist das Reisen innerhalb der Schengen Staaten vollkommen ohne Probleme möglich und so können Rundreisen beispielsweise bedeutend leichter geplant und durchgeführt werden.
Reformdebatte 2011
Die Zuwanderung der so genannten Boatpeople aus dem Norden Afrikas nach Europa hat zu einer Reformdebatte geführt. So fordern die Staaten Italien und Frankreich eine zumindest vorübergehende Wiedereinführung der Binnengrenzen Kontrollen. So kam es auf einer Sondersitzung zu diesem Thema dazu, dass sich die EU-Innenminister mehrheitlich für die Flexibilisierung des Schengener Abkommens aus. Mittlerweile ist es sogar so, dass Dänemark Kontrollen an den Grenzen zu Deutschland und Schweden ankündigte. Dies löste heftige Kritik aus. Die Debatte um eine Reform des Schengener Abkommens ist somit noch längst nicht vom Tisch und wird weiterhin für Aufsehen sorgen.
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